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Ganz unironisch: Bestes Schwarzbrot der Welt

Es gibt so Dinge, die möchte ich nicht missen, obwohl ich mittlerweile nicht mehr bei meinen Eltern wohne – und selbstgebackenes Schwarzbrot steht ganz oben auf dieser Liste. Sicher, man kann auch Schwarzbrot beim Bäcker oder im Supermarkt holen, tatsächlich habe ich bisher aber noch keines gefunden, das auch nur annähernd so schmeckt wie das selbstgemachte.

Nur, das hier keine falsche Nostalgie aufkommt: Das Rezept ist jetzt nicht schon seit Generationen in unserer Familie oder so. Es wurde uns vermutlich irgendwann über einen der vielen Kanäle zugespielt, über die auf dem niedersächsischen Land Informationen zwischen Eltern fließen, die sich aus Kindergärten und Grundschulen kennen.

Leider gab es bisher immer zwei große Hindernisse, wenn ich das Brot selber machen wollte: Das erste waren die Zutaten, die ich bisher wirklich nur in Deutschland problemlos bekommen habe. Weder in Frankreich noch in China waren Dinge wie Zuckerrübensirup oder Buttermilch für erschwingliche Preise aufzutreiben. Das zweite Hindernis war die Ausrüstung – um Weizen- und Roggenschrot herzustellen, braucht man eine Getreidemühle. Durch meinen momentanen Aufenthalt in Berlin war zumindest das erste Problem gelöst. Als Lösung des zweiten Problems stellte sich leitmedium heraus, der tatsächlich eine Getreidemühle besitzt und mich sie benutzen ließ.

Trotz meiner leichten Aufgeregtheit und ein wenig Skepsis (das Brot kann man doch nur zuhause backen!) kam dann auch letzten Donnerstag ein genau richtig schmeckendes Schwarzbrot aus einem Ofen in Berlin. Nachdem ich Ende Juli die Kopie des Brotrezeptes noch mit dem Handy abfotografiert hatte, wollte ich es an dieser Stelle dann auch noch einmal verbloggen. Ich habe gehört, das Internet vergisst nie, und von daher vertraue ich ihm hiermit ein Schwarzbrotrezept an.

Update zum Thema Getreidemühle: Von Loosy habe ich gelernt (s. Kommentare): “Bei Alnatura und sicherlich vielen anderen Bioläden auch kann man Getreide frisch schroten oder mahlen (lassen). Haben wir mal gemacht, als wir Weizenschrot für ein Rezept brauchten. Einfach einen Mitarbeiter ansprechen, das ging ganz unkompliziert.”

2015-07-25 17.39.20

Und einmal in Reinschrift:

Zutaten

  • 1l Buttermilch
  • 2 Päckchen Trockenhefe
  • 1 Topf Sirup (wir haben immer Grafschafter benutzt, geht aber sicher auch mit anderem)
  • 1 EL Salz
  • 500g Roggenschrot (wenn es geht grob gemahlen)
  • 500g Weizenmehl
  • 500g Weizenschrot, fein gemahlen

Alternative: Nur 250g Weizenschrot und 250 Sonnenblumenkerne oder 200g Haselnüsse. Da in meiner Familie Menschen gegen Hülsenfrüchte allergisch sind, kenne ich das Brot nur ohne.

Zubereitung
Alle Zutaten in die Rührschüssel geben und vermengen. Eine große Kastenform mit Backpapier auslegen und den Teig einfüllen. Mit Alufolie abdecen. In den kalten Ofen schieben. Drei Stunden bei 175 Grad abbacken, danach 12 Stunden im geschlossenen Ofen auskühlen lassen. Heißluftherd mit 150° (140°) backen.

Es kommt wirklich sehr viel Teig dabei heraus, von daher empfiehlt es sich, eine sehr große oder zwei relativ große Schüsseln zu benutzen. Entsprechend wird auch eine einfache Kastenform in den meisten Fällen nicht reichen. In Berlin haben wir eine ausziehbare Kastenform (15,5cm breit, 11cm hoch, 28-40cm lang) in der Maximalgröße benutzt. Wer gerne größere Brotscheiben mag, kann sie natürlich auch etwas weiter zusammenschieben.

Protipp: So hält man neugierige Mitbewohner vom Ofen fern, während das Brot auskühlt

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So sah's am Ende aus - leider mit schlechtem Licht, aber schmeckte genau wie zuhause :3

So sah’s am Ende aus – leider mit schlechtem Licht, aber schmeckte genau wie zuhause :3