Monthly Archives: September 2015

Augustgebloggt: Eine Liebeserklärung an die Türkei

Geografisch:
In der Türkei. So richtig.
In Istanbuler Moscheen.
Mit einem Tee am Bosporus.
Nachts am schwarzen Meer.
In Izmir, wo syrische Flüchtlinge sich in Boote nach Griechenland wagen.
In einer türkischen Gastfamilie.
Im Flug über Athen nach Berlin.

Literarisch:
Nichts, dafür Türkisch gelernt.

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Kulinarisch:
Viel Dürüm.
Viel Linsensuppe.
Türkisches (bestes) Frühstück.
Viel Kaffee und noch viel mehr Tee.
Raki direkt am Meer.
Endlich wieder gefüllte Muscheln, direkt am Wasser in Izmir.
Endlich wieder Manti! Mal schauen, ob man die in Berlin auch bekommt.
Frühstücksentdeckung: Kaymak, eine Art Rahm, den man mit Honig isst ❤

Gehört:
Wenn ich das wüsste. Last.fm hat eine neue Webseite, und auf der kann man nicht mehr die am meisten gehören Bands für bestimmte Zeiträume abrufen – nur noch insgesamt oder die letzten Wochen/Monate etc. Leider hilft das nicht, wenn ich Mitte September wissen möchte, was ich im August gehört habe. Sad Face.

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Journalistisch:
Ai Wei Wer? Über Ai Weiwei und warum er in China notwendigerweise anders wahrgenommen wird als im Westen.
Über die Explosion in Tianjin und wie die sozialen Medien Chinas direkt danach aussahen.
Ein chinesischer Hauptstadtsommer: Nostalgie in Bildern mit Sonne, blauem Himmel und Regen.
Endlich mal über Chinas “Restfrauen” und warum vielleicht eigentlich die Männer das Problem sind.

Gelernt:
Ganz viel türkische Grammatik.
Zu den vielen Vorwürfen von Einwanderungsgegnern immer, die sagen, “die ganzen Türken”(tm) würden kein Deutsch lernen: Ich habe in Izmir unheimlich viel Deutsch gehört. Von Leuten, die Jahrzehnte in Deutschland gelebt hatten und uns deswegen zu einem Kaffee einluden, aber auch bei Familien, die untereinander wechselnd Deutsch und Türkisch sprachen. Irgendwie beeindruckend – auch, weil ich das Gefühl habe, dass es eine einseitige Entwicklung ist, und die wenigsten Deutschen viel von der Tatsache mitnehmen, dass es eine große türkischstämmige Minderheit in diesem Land gibt.
Man muss gar nicht schnorcheln gehen, um an der türkischen Küste wunderschöne Fische zu sehen, eine Taucherbrille reicht.
Es gibt im Türkischen eine Zeitform, die für Märchen oder für Klatsch und Tratsch verwendet wird.
Zum zweiten Mal: Türkischer Tee rockt einfach.
Türkischen Kaffee gibt es auch mit Milch (“sütlü”), aber viele Türken finden das komisch.
Mein vierjähriger Gastbruder hat festgestellt: Ich werde nie wütend. (Aha?)
Spannende Dinge über das Leben als Numerisch-Doktorandin. Vielleicht studiere ich einfach das Falsche.
Bei einem Flug um sechs Uhr morgens kann es vorkommen, dass alle (!) Passagiere zwei Stunden vor Abflug gerne einchecken würden, die Airlineangestellten aber lieber noch schlafen.
In Tegel werden ganz zufällig die Frauen mit Kopftuch kontrolliert.
Aegean Airlines kann man machen. War stark beeindruckt von dem tatsächlich gut schmeckendem Flugzeugessen.
Ayran kann ich in sehr großen Mengen trinken, ohne, dass er langweilig wird.
Izmir ist einfach eine der entspanntesten Städte, die ich kenne.
Anscheinend ist es in Izmir ein Ding, ein Sommerhaus außerhalb der Stadt direkt am Meer zu haben, in dem man dann die Wochenenden verbringt. (OH: “Vielleicht sind wir Leute am Mittelmeer deswegen alle so entspannt.”)

Neue Pläne:
Einen Monat lang ausruhen, self care und etwas Journalismus in Berlin.
Zur MRMCD nach Darmstadt fahren.
In einem Kloster in Süddeutschland Dinge über Gender lernen.
Ein Wochenende in Gdansk verbringen und dort eine meiner Lieblingsbands live sehen.

Am_Flughafen_Tegel_wurde_Deutschland_eingemottet_und_staubt_in_einer_Ecke_vor_sich_hin. I_hope_you_enjoy_pictures_of_old_stones_cause_I_took_a_bunch._While_most_people_come_to_Pamukkale_for_the_white_terraces__I_thought_the_ruins_of_Hierapolis_were_much_more_interesting. Skies_in_Izmir_Endless_blue__sunshine_and_a_few_mosques. Paint_it_blue_ Back_to_Asia_for_a_quick_tea_date But_first__let_us_take_a_selfie__Mosque_Ed.

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Ganz unironisch: Bestes Schwarzbrot der Welt

Es gibt so Dinge, die möchte ich nicht missen, obwohl ich mittlerweile nicht mehr bei meinen Eltern wohne – und selbstgebackenes Schwarzbrot steht ganz oben auf dieser Liste. Sicher, man kann auch Schwarzbrot beim Bäcker oder im Supermarkt holen, tatsächlich habe ich bisher aber noch keines gefunden, das auch nur annähernd so schmeckt wie das selbstgemachte.

Nur, das hier keine falsche Nostalgie aufkommt: Das Rezept ist jetzt nicht schon seit Generationen in unserer Familie oder so. Es wurde uns vermutlich irgendwann über einen der vielen Kanäle zugespielt, über die auf dem niedersächsischen Land Informationen zwischen Eltern fließen, die sich aus Kindergärten und Grundschulen kennen.

Leider gab es bisher immer zwei große Hindernisse, wenn ich das Brot selber machen wollte: Das erste waren die Zutaten, die ich bisher wirklich nur in Deutschland problemlos bekommen habe. Weder in Frankreich noch in China waren Dinge wie Zuckerrübensirup oder Buttermilch für erschwingliche Preise aufzutreiben. Das zweite Hindernis war die Ausrüstung – um Weizen- und Roggenschrot herzustellen, braucht man eine Getreidemühle. Durch meinen momentanen Aufenthalt in Berlin war zumindest das erste Problem gelöst. Als Lösung des zweiten Problems stellte sich leitmedium heraus, der tatsächlich eine Getreidemühle besitzt und mich sie benutzen ließ.

Trotz meiner leichten Aufgeregtheit und ein wenig Skepsis (das Brot kann man doch nur zuhause backen!) kam dann auch letzten Donnerstag ein genau richtig schmeckendes Schwarzbrot aus einem Ofen in Berlin. Nachdem ich Ende Juli die Kopie des Brotrezeptes noch mit dem Handy abfotografiert hatte, wollte ich es an dieser Stelle dann auch noch einmal verbloggen. Ich habe gehört, das Internet vergisst nie, und von daher vertraue ich ihm hiermit ein Schwarzbrotrezept an.

Update zum Thema Getreidemühle: Von Loosy habe ich gelernt (s. Kommentare): “Bei Alnatura und sicherlich vielen anderen Bioläden auch kann man Getreide frisch schroten oder mahlen (lassen). Haben wir mal gemacht, als wir Weizenschrot für ein Rezept brauchten. Einfach einen Mitarbeiter ansprechen, das ging ganz unkompliziert.”

2015-07-25 17.39.20

Und einmal in Reinschrift:

Zutaten

  • 1l Buttermilch
  • 2 Päckchen Trockenhefe
  • 1 Topf Sirup (wir haben immer Grafschafter benutzt, geht aber sicher auch mit anderem)
  • 1 EL Salz
  • 500g Roggenschrot (wenn es geht grob gemahlen)
  • 500g Weizenmehl
  • 500g Weizenschrot, fein gemahlen

Alternative: Nur 250g Weizenschrot und 250 Sonnenblumenkerne oder 200g Haselnüsse. Da in meiner Familie Menschen gegen Hülsenfrüchte allergisch sind, kenne ich das Brot nur ohne.

Zubereitung
Alle Zutaten in die Rührschüssel geben und vermengen. Eine große Kastenform mit Backpapier auslegen und den Teig einfüllen. Mit Alufolie abdecen. In den kalten Ofen schieben. Drei Stunden bei 175 Grad abbacken, danach 12 Stunden im geschlossenen Ofen auskühlen lassen. Heißluftherd mit 150° (140°) backen.

Es kommt wirklich sehr viel Teig dabei heraus, von daher empfiehlt es sich, eine sehr große oder zwei relativ große Schüsseln zu benutzen. Entsprechend wird auch eine einfache Kastenform in den meisten Fällen nicht reichen. In Berlin haben wir eine ausziehbare Kastenform (15,5cm breit, 11cm hoch, 28-40cm lang) in der Maximalgröße benutzt. Wer gerne größere Brotscheiben mag, kann sie natürlich auch etwas weiter zusammenschieben.

Protipp: So hält man neugierige Mitbewohner vom Ofen fern, während das Brot auskühlt

Protipp: So hält man neugierige Mitbewohner vom Ofen fern, während das Brot auskühlt

So sah's am Ende aus - leider mit schlechtem Licht, aber schmeckte genau wie zuhause :3

So sah’s am Ende aus – leider mit schlechtem Licht, aber schmeckte genau wie zuhause :3