Monthly Archives: August 2014

July Wrap-up – Ein Sommernachstraum


Geografisch:Sieht_aus_wie_Sommer_und_schmeckt_wie_Sommer.
“Zuhause” (Niedersachsen).
Berlin (Zuhause).
Irgendwo in Brandenburg mit vielen Mücken.
Fast in Wacken, aber letztendlich dann doch nicht.

Literarisch:
“Flash Boys” (Geniales Buch.)
“On such a full sea” – Chang-rae Lee (ganz in Ordnung, aber schön geschrieben)
“The Examined Life – How we lose and find ourselves”
Irgendetwas mit Terry Pratchett.
Jorge Luis Borges in Ausschnitten (geliebt).

Filmisch:
“Rigor Mortis” (bester Hong Konger Vampirtrash)
“Happy Together” (endlich, und es war die Wartezeit wert)
“Only Lovers Left Alive” (definitiv nicht gemocht, aber den Soundtrack hätte ich gerne)
“Kaze Tachinu – Wie der Wind sich hebt” (Miyazakis letztes, enttäuschendes Werk)
“Feuerwerk am hellichten Tage – Bai Ri Yan Huo” (was für ein wunder-, wunderbarer Film!)

Kulinarisch:
Burgers, what else?!?
Maybe_Rembrandt_Burger_s_old_Amsterdam_is_what_happiness_tastes_likeOkonomiyaki_dinner_is_best_dinner_3

Musikalisch:
Stromae, um schöne Worte in schönem Französisch zu hören.
Linkin Park, deren neues Album ich wie immer gar nicht so schlecht finde.
Rise Against, einfach weil halt.
The Fratellis, denn was könnte im Sommer besser sein und mehr an Hong Kong erinnern?
The Glitch Mob und Machinae Supremacy, denn irgendwann muss ja auch gearbeitet werden.

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Journalistisch:
Dinge über Coding da Vinci und Roboterkäfer.
Einen Kommentar über digitale Bildung.
Dinge zu TV in den USA und was beim Fernsehen als nächstes kommen könnte, wenn es nicht schon tot wäre.
Noch mehr Dinge zu offenen Daten.

Gelernt:Immer_diese_Badeseebilder_
Geduld lohnt sich.
Auch Rembrandt schmeckt besser mit Bacon.
Man sollte öfters nachts baden gehen (korrekt wäre: neu gelernt).
Wo man in Berlin gut baden kann.
Dass ich doch den Gin Basil Smash kriege, wenn ich lieb frage.
Immer wieder: Wie gut es tut, tolle Menschen zu umarmen.
Dinge über Ai Wei Wei und China, aber keine über David Bowie.
Wenn du in Frankreich beim Playstore ein Nexus kaufst, wird es nicht ganz unkompliziert, das in Deutschland umzutauschen.
Dinge über’s Schreiben (hoffentlich).
Wo es in Berlin Okonomiyaki gibt.
Wie ich es vermisse, Englisch und Französisch zu sprechen (wie ein Stück im Kopf, das fehlt).
Irgendetwas mit Badeseen in Berlin.

Not_yet_sure_if_win.Neue Pläne:
Urlaub.
Baden.
Wandern.
In Zentraltaiwan an eine Schule gehen und mit Kindern Englisch sprechen.
In Korea Taekwondo machen.
Zurückkehren und noch mehr über die wunderbaren Menschen hier zu lernen.
Neue Menschen kennenlernen.
Zum ersten Mal in meinem Leben in den Ferien Geburtstag haben.

 

 

Ich hasse Abschiede

Vielleicht werde ich das mit dem Abschiednehmen doch irgendwann einmal lernen, genug Gelegenheiten gibt es ja. Gestern fragte mich jemand: “Wo wohnst du eigentlich?” und die richtige Antwort war, wie vor zwei Jahren: “Nirgendwo”.

Vermutlich ist dieser Schwebezustand zwischen den Leben, Ländern und Menschen auch genau der richtige Moment, um das Gute in allem zu sehen. Es meckert sich leicht, wenn man mitten drinsteckt, im französischen Unileben und den regelmäßigen Urlauben in Deutschland oder dem täglichen Schulstress in Shanghai. Aber das Gute bemerkt man, wenn man schon weiß, was einem im einen Land fehlen wird, aber auch, worauf man sich im anderen freut.

Insofern folgt: Ein Plädoyer für weniger Schwermut und mehr Freude an den schönen Dingen. In Frankreich, Deutschland, China, Taiwan, überall.

Der Abschied von Frankreich war schnell, abrupt und lang ersehnt, ohne große Abschiedsszenen. Ich werde vermissen, wie schön die Sprache klingt und wie Franzosen mit ihren l’s und y’s einsilbig und unbemerkt noch neue Informationen in ihre Sätze schieben, wie die marokkanischen Händler auf dem Wochenmarkt ihr Gemüse und ihr Obst anpreisen, wie man einfach als Student fast jeden Abend Wein zum Essen haben kann, einfach, weil es geht, wie wir uns in Paris betrunken und bei Montmarte über der Stadt geküsst haben, wie wir an den Strand gefahren sind, um ein Wochenende lang nur Taekwondo zu machen, und mit Muskelkater in den Füßen wiederkamen, wie wir mit dem Wind losruderten und gegen ihn und einen Regenschauer wieder zurückkamen, wie eine Familie in Lille mich zwei Tage bei sich aufnahm und ich am Sonntag sogar an dem Festmahl, das ein wöchentliches Familienereignis ist, teilnehmen durfte. Und ich werde vermissen, wie nach dem Training die Sonne an dem hohen Himmel Le Havres untergeht, der Monet zu seinem ersten impressionistischen Gemälde inspirierte.

Der Abschied von Deutschland kam etwas verspätet, war lange nicht ganz vollzogen, innerlich aber doch schon durch. Ich werde vermissen (beginnen wir mit dem Essen), dass es überall Schokolade, dunkles Brot, Käse, viele Sorten Frischkäse im Supermarkt und im Sommer Beeren gibt, wie es sich anfühlt, be- oder angetrunken durch das nächtliche Berlin zu radeln, wie wir uns abends einfach mit Eis oder Gras in einen Park setzten (weil wir konnten), wie ich die meisten Dienstagabende verbrachte, wie die Autofahrer auf die Radfahrer Rücksicht nehmen (auch in Berlin), wie ich endlich zuhause wieder zum Taekwondo ging und danach zwei Tage nicht richtig laufen konnte, nur, um dann zur nächsten Trainingseinheit zu gehen, wie die Leute in Berlin an der Dahme ohne viel Aufhebens nackt baden gehen, wie ich jeden, mindestens aber jeden zweiten, Tag Burger essen gehen konnte, wie ich dann doch noch immer wieder neue spannende Menschen kennenlernte. Und wie wir an meinem letzten Abend in Berlin in meine Lieblingsbar gingen und Schokotorte geschenkt bekamen.

Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Taiwan und den neuen Anfang in Beijing. Ich freue mich darauf, Chinesisch zu sprechen, auf das wunderbare Essen, die Leute (besonders in Taiwan), Menschen wiederzusehen, mit denen ich mich nur in Großstädten treffe, das Streetfood und die selbstgezogenen Nudeln, wandern zu gehen in Bergen und Urwäldern, die Clubs mit den kleinen Tanzflächen, das Midi-Festival in Shanghai und erstmals auch in Beijing, den schlechten Alkohol und Chu-Hi, Hot Pot und Jianbing, straßenweite Radwege, Hosteldorms, in denen morgens um sieben andere Reisende ihre Plastiktaschen umpacken müssen, das Leben auf den Straßen, die kleinen, rechteckigen Läden, alle nebeneinander, und erwähnte ich das Essen?

Ich bin gespannt auf Korea und könnte auch hier noch mehr über Taekwondo und gutes Essen schwärmen, aber am Ende gilt, dass überall etwas Gutes drinsteckt und alle Länder, in denen ich bisher gelebt habe oder gereist bin, ein Stückchen Liebe verdient haben. Dieses Gute nicht zu sehen, ist einfach. Ich hoffe, dass ich es das nächste Jahr über immer finden werde.