Meanwhile in Asia (3): China macht sich Feinde im eigenen Land, in Asien und aus Journalisten

China provoziert bei einem seiner vielen Territorialkonflikte
China macht sich mal wieder neue Freunde in Asien mit der Einrichtung einer neuen Air Defense Zone in einer der Regionen, zu denen es Territorialkonflikte gibt. Das Ganze ist praktisch eine Gegend, die China nun wie sein Hoheitsgebiet betrachtet und wo es demnach entsprechend auf ausländische Durchquerungen reagieren wird – interessanterweise überschneidet sich das Ganze mit einer Region, die u.a. Japan für sich beansprucht. AP argumentiert, dass China hier mehr langfristig denkt und gleichzeitig nationalistische Forderungen ansatzweise bedienen will, andere sehen das Ganze mehr als eine Provokation. Die Bedeutung dieser Zone wird davon abhängen, wie viel Wert China darauf legt, sie durchzusetzen – das wiederum wird sich wohl erst in der nächsten Zeit zeigen.

Korruption in China: Politiker und ausländische Firmen
Die New York Times hat vor gut einer Woche für Aufsehen gesorgt, als sie einen Artikel zu den engen Verbindungen zwischen der amerikanischen Bank JP Morgan und der Tochter des früheren chinesischen Premiers Wen Jiabao veröffentlichet. Im Großen und Ganzen geht es darum, wie gute, angeblich geschäftliche Verbindungen der Bank anscheinend geholfen haben, ihre Geschäfte in China auszubauen. Worauf ich eigentlich hinauswollte ist dieser Artikel von Bloomberg, der sich (vermutlich anlässlich der JP Morgan-Sache) mal erklärend der “Korruptionskultur” in China widmet und einen recht guten Überblick gibt, mit welchen Schwierigkeiten ausländische Firmen sich in China herumschlagen.

“Project Beauty” – Schleierverbot für eine ethnische Minderheit Chinas
Die chinesische Regierung beweist mal wieder ihre Sensibilität bei ethnischen Fragen – in der nordwestlichen, zentralasiatischen Provinz Xinjiang wird in letzter das wohl wieder verstärkt das “Project Beauty” betrieben, dass es uighurischen Frauen verbietet, Schleier zu tragen, und den Männern vorschreibt, ihre Bärte abzurasieren. Hintergrund sind vermutlich die Unabhängigkeitsbestrebungen einiger Uighuren und insbesondere einige als uighurische Terrorattacken beschriebene Vorfälle in den letzten Wochen und Monaten. Das Projekt scheint schon länger zu laufen, Yahoo! hat gestern allerdings einen Artikel dazu veröffentlicht, der sich auch den Hintergründen kurz und bündig widmet. So wie sich der Yahoo-Artikel liest, betreffen diese Regeln allerdings tatsächlich nur Uighuren – andere muslimische Minderheiten können sich weiter kleiden, wie sie wollen. Zugegeben, damit macht die Regierung sich wohl nicht gerade mehr Freunde in Xinjiang.

SIGINT-Leaks gibt’s übrigens auch in Asien (heute: Indonesien, China und Australien)
Eines australische Webseite berichtet von enger Zusammenarbeit zwischen Indonesien und China bei Spionage gegen Australien – anscheinend benutzt der indonesische Geheimdienst im großen Ausmaß chinesische Technik, um australische Telefone zu tappen. Was der Artikel großzügig auslässt, ist, dass vor kurzem bekannt wurde, dass Australien im großen Ausmaß Indonesien ausspioniert, anscheinend auch Teil der Snowden-Leaks. Die indonesische Regierung reagierte zunächst etwas hilflos, danach habe ich das Thema allerdings nicht weiter verfolgt.

Wie man Politik in China analysiert
Die Diskussionen zum 3. Plenum der CCP sind noch immer im Gange, mittlerweile sind sich alle recht einig, dass die wirtschaftlichen Reformen wohl irgendwie wichtig, wenn auch nicht unbedingt revolutionär sind und politische wohl noch etwas auf sich warten lassen werden. Dieser Artikel gibt mal einen kleinen Eindruck, wie detailliert ausländische Journalisten und Analysten die Worte im Communiqué des Plenums und die Rhethorik der chinesischen Führung analysieren, um herauszufinden, was die Zukunft für China bereithält – ziemlich detailliert.

Dauerbrenner Pressefreiheit in China (Further Readings)
In der chinesischen Version gibt es einen sehr schönen Text namens “The Transparent Chinese” – da bekommt man einmal eine Idee von dem Unterschied, den es zwischen dem Konzept des gläsernen Bürgers und eines “durchsichtigen Chinesen” gibt. Die China Digital Times hat sich der ganzen Sache mit dem unterdrückten Artikel bei Bloomberg noch einmal gewidmet und, wie sie es gerne tun, Reaktionen aus verschiedenen Kanälen zusammengetragen, definitiv eine nützliche Übersicht. Im Weiteren hat sich Paul Mooney, der langjährige China-Journalist, zu der Ablehnung seines Visums und der allgemeinen Situation ausländischer Journalisten in China geäußert.

Und zu guter Letzt die Fotos der Woche: 41 unzensierte Instagrams aus Nordkorea.

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