A thousand miles seems pretty far

…but they’ve got trains and planes and cars.

In meinem Leben gibt es wenige klare Linien. Alles fließt irgendwie. Aber eines der wenigen Dinge, die fix sind, ist die Trennung zwischen hier und dort.

Hier, das ist mein Leben in Frankreich an der Uni, mit Menschen, die Englisch, Französisch, Schwedisch, Chinesisch, Slowakisch, Japanisch und Koreanisch sprechen. Wo die Boulangerie Croissants, Baguette und Brioche verkauft und ich immer Wein zuhause habe. Wo die Verkäufer auf dem Markt aus Marokko kommen und mir jeden Samstag im Austausch für ein paar Worte Deutsch Bruchstücke ihres arabischen Dialekts beibringen. Wo Paris (mit Glück) nur zwei Stunden mit dem Zug und das Meer 10 Minuten mit der Tram entfernt ist. Wo ich eine eigene Wohnung und nette Nachbarn habe. Wo ich für die Herbst- und Sommerferien mit Freunden Reispläne für London, Marokko und die Türkei schmiede.

Dort, das ist mein Leben in Deutschland, das in den Zeiträumen “dazwischen” stattfindet – Winter- und Sommerferien. Wo die Menschen Deutsch sprechen und ich jedes Wort verstehe, wo die Bäckereien dunkles Brot und die Teeläden unzählige Sorten Rotbuschtee verkaufen. Wo ich ein Zimmer in einem Haus habe, das ich mir mit meiner Familie teile, mit der ich meinen Tagesrhtythmus abstimmen und vor der ich mich auch rechtfertigen muss, wo ich nicht einfach bis vier Uhr wegbleiben und dann zu Fuß nach Hause gehen kann. Wo ich mehr vagabundiere, weil ich das Gefühl habe, dass die Zeit knapp ist – so wenige Tage und so viele wunderbare Menschen, die ich viel zu lange nicht gesehen habe, die aber alle geographisch so weit voneinander entfernt leben, obwohl sie in meinem Leben alle zusammen einen ganz wichtigen Platz einnehmen.

Wenn es nur nach mir ginge, wäre diese Trennung nicht so absolut. Es wäre schöner, wenn meine Lieblingsmenschen aus Frankreich auch in Deutschland und meine Lieblingsmenschen aus Deutschland auch in Frankreich sein könnten. Leider sind oft viele hundert Kilometer und teure Flug-/Zugtickets im Weg.

Aber dann tauchen Leute aus meinem Leben hier in Berlin auf. Und Leute aus meinem Leben dort sind auf einmal mit mir am Strand in Frankreich. Und manchmal wandere ich selber von einem Leben ins andere.

Das freut mich dann umso mehr – und es hat immer etwas Magisches, wenn die Grenzen zwischen meinen Welten überschritten werden.

Nicht ganz ohne Zusammenhang: Wenn ich mal in der Küche singen und tanzen möchte oder mir einfach nach Musik ist, findet sich immer wieder dieses Lied auf meinen Lippen wieder.

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4 thoughts on “A thousand miles seems pretty far

  1. Pingback: Results for week beginning 2013-05-20 | Iron Blogger Berlin

  2. chocbunny

    Du schreibst Magie! Ich kenne das Gefühl der verschiedenen Welten und Leben gut und ich finde es schön, wie leichtfüßig Du damit umzugehen scheinst.

    Reply

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